PsychotherapeutInnen OWL – die integrierte Liste

Die Stärke unserer Liste liegt in der gemeinsamen Interessenvertretung der in der Region OWL tätigen angestellten und niedergelassenen PsychotherapeutInnen. Dabei werden die inhaltlichen Positionen, Ziele und Ausrichtungen, die wir in der Kammerversammlung vertreten, im Austausch mit den PsychotherapeutInnen vor Ort entwickelt.

Die Liste integriert die Interessen unterschiedlicher therapeutischer Ausrichtungen und verbandspolitischer Orientierungen. Aufgrund dieser Unabhängigkeit können wir in der Kammerversammlung Bündnisse nach sachorientierten Kriterien eingehen. Viele große Berufs- und Fachverbände verzichten im Regierungsbezirk Detmold auf eine eigene Liste und empfehlen stattdessen die Liste PsychotherapeuInnen OWL. Das in uns gesetzte Vertrauen wird für uns Motivation und Ansporn auch für die nächste Legislaturperiode sein!

Unterstützt durch app:, bvvp, dgvt, MEG, VPP

Niedergelassene

  • Die Umsetzung der Reform der Bedarfsplanung soll die Versorgung der Bevölkerung langfristig gewährleisten. Wir engagieren uns für den Erhalt des direkten Zugangs zur ambulanten Psychotherapie. Zusätzliche Hürden wie eine vorgeschaltete Steuerungsstelle diskriminieren unsere PatientInnen und sind inakzeptabel.
  • Wir engagieren uns für den Erhalt der Kassensitze, der Stundenkontingente für halbe bzw. ganze Sitze und eine bedarfsgerechte Ausweitung der Kassensitze in OWL.
  • Wir setzen uns ein für gerechte Honorare auf Facharztniveau und eine zeitnahe Überarbeitung der GOP.
  • Wir setzen uns für die Aufhebung der Trennung der KZT in KZT1 und KZT2 und für die Rückkehr zur einmaligen Beantragung der KZT ein. Statt in bürokratische Abläufe wollen wir mehr Zeit in unsere therapeutische Arbeit investieren.

 

Angestellte

  • Wir setzen uns ein für die angemessene tarifliche Eingruppierung von Psychologischen PsychotherapeutInnen analog zu FachärztInnen.
  • Wir setzen uns ein für die Realisierung von Leitungsfunktionen für Psychologische PsychotherapeutInnen in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken, verbunden mit umfassender Verantwortung für diese Bereiche und einer entsprechenden Vergütung analog zu OberärztInnen.
  • Wir setzen uns ein für die Umsetzung bzw. Einhaltung von Mindestpersonalstandards für Psychologische PsychotherapeutInnen in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken.
  • Wir setzen uns ein für die Gewährleistung psychotherapeutischer Kompetenz in institutionellen Kontexten (z.B. Beratungsstellen) und eine angemessene Vergütung.

 

Fort-/Weiterbildung

  • Wir setzen uns dafür ein, dass die umfassende Behandlungsqualifikation von approbierten PsychotherapeutInnen erhalten bleibt und nicht durch Weiterbildungsordnungen relativiert oder eingeschränkt wird.
  • Wir wollen Fortbildungsangebote der Kammer, die in OWL stattfinden und auch an Wochentagen angeboten werden.

 

Sparsame und effiziente Kammer

  • Wir sind für einen einheitlichen Kammerbeitrag, der Härtefälle berücksichtigt. Wir sind gegen eine jährlich neu zu leistende Selbsteinstufung des Mitgliedsbeitrags, weil diese kostenaufwändige Überprüfungen nach sich zieht.
  • Wir setzen uns kontinuierlich ein für eine transparente und sparsame Verwendung der Mitgliedsbeiträge.

 

Ausbildungsreform

  • Wir setzen uns ein für eine wissenschaftlich fundierte Weiterentwicklung der Psychotherapie, die sich konsequent an der Verbesserung einer fachgerechten Versorgung orientiert. Die Absicherung aller wissenschaftlich anerkannten Verfahren in der Hochschulforschung und Lehre soll dabei die Verfahrensvielfalt erhalten.
  • Wir setzen uns für eine Ausbildungsreform ohne Qualitätsverlust ein. Es gilt zu gewährleisten, dass zukünftige Aus- und WeiterbildungsteilnehmerInnen theoretisch auf hohem wissenschaftlichen Niveau ausgebildet werden und sie intensive praktische Behandlungserfahrungen sammeln können.
  • Die Finanzierung der Aus- und Weiterbildung muss sichergestellt sein. PsychotherapeutInnen in Aus- und Weiterbildung müssen angemessen bezahlt werden.

 

Digitalisierung

  • Wir setzen uns ein für eine umsichtige und rechtssichere Einbeziehung digitaler Behandlungsmethoden, die den hohen Qualitätsanforderungen professioneller psychotherapeutischer Versorgung standhalten müssen. Eine zeitgemäße und zukunftsorientierte IT-Infrastruktur für psychotherapeutische Praxen ist zu gewährleisten.
  • Wir fordern eine kritische Auseinandersetzung mit telemedizinischen Anwendungen und vollständige Kostendeckung der Telematikinfrastruktur.

 

 


 

 

Weitere Perspektiven für die Niedergelassenen

Dank des großen Protests aus der Bevölkerung, unseren Fachkreisen und Berufsverbänden wurde der erste Vorschlag unseres Gesundheitsministers Jens Spahn zur Ergänzung der Psychotherapie-Richtlinie durch eine „gestufte und gesteuerte Versorgung“ psychisch kranker Menschen aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) gestrichen, wenngleich das Thema noch nicht erledigt ist. Ein neuer Vorschlag ist nun als Anhang (Omnibus = Ergänzung zu einem anderen Gesetz) im Kabinettsentwurf des Psychotherapeutenausbildungsreformgesetzes (PsychThGAusbRefG) zu finden. Die unklar formulierte Passage lässt wieder Interpretationsspielraum. Gesetzliche Regelungen, die ausschließlich „diagnoseorientiert und leitliniengerecht den Behandlungsbedarf konkretisieren“ wollen, werden einer individuellen Behandlung psychisch kranker Menschen nicht gerecht. Sie berücksichtigen weder individuelle Symptomkonstellationen, Schweregrade sowie persönliche Bedingungen der jeweiligen PatientInnen, die für die Behandlungsplanung und Einschätzung einer Prognose evident sind. Für Patienten mit komplexem Behandlungsbedarf ist die vorgeschlagene Ergänzung der „berufsgruppen-übergreifenden, koordinierten und strukturierten Versorgung“ sinnvoll und notwendig, nicht aber für die gesamte Versorgung psychisch kranker Menschen. Hier greifen bereits die durch die neue Psychotherapierichtlinie installierten flexibleren Versorgungsmöglichkeiten.

Regional ist es uns wichtig, die zeitnahe psychotherapeutische Versorgung weiterhin zu verbessern und die Vernetzung hinsichtlich der Versorgung von PatientInnen mit komplexem Behandlungsbedarf auszubauen. Beispielhaft ist hier das bereits etablierte Borderline-Projekt in Bielefeld zu nennen.

In diesem Zusammenhang werden wir uns auch für eine Erweiterung unserer Befugnisse wie die Verschreibung von Ergotherapie, die Verordnung von psychiatrischer Pflege etc. einsetzen.

 

 

 

 

Internetbasierte Therapie: Fachlichen Standard und Datensicherheit gewährleisten!

Über den möglichen Einsatz internetbasierter Anwendungen in der Psychotherapie zu entscheiden, ist Aufgabe der approbierten PsychotherapeutInnen. Im persönlichen Kontakt können wir nach eingehender Diagnostik ggfs. die Indikation für onlinegestützte Interventionen ergänzend zur face-to-face-Therapie stellen. Nur so kann sichergestellt werden, dass diese Interventionen sinnvoll und fachlich begleitet eingesetzt und ihr Nutzen evaluiert wird. Es ist daher absolut inakzeptabel, dass diese internetbasierten Therapien  von nichtapprobierten Angestellten der Krankenkassen an die PatientInnen herangetragen werden. Die internetbasierten Anwendungen müssen den hohen wissenschaftlichen Qualitätsstandards entsprechen. Zudem muss eine sichere Übertragung der Daten gewährleistet sein.

 

 

 

 

Fort- und Weiterbildung

Im Ausschuss Fort- und Weiterbildung hat sich unsere Fraktion in den letzten Jahren dafür eingesetzt, dass unsere Approbation als Erlaubnis zur umfassenden Berufsausübung erhalten bleibt und nicht durch unnötige Weiterbildungsordnungen eingeschränkt wird.

Gegen die Stimmen unserer Fraktion wurde 2014 die systemische Therapie und 2016 die Gesprächspsychotherapie in die Weiterbildungsordnung aufgenommen.

Angeblich sollten so diese Therapieverfahren gefördert und aufgewertet werden. Wie wir vorhergesagt hatten, ist aber genau das Gegenteil eingetreten: Die Weiterbildung in Systemischer oder Gesprächstherapie wurde von keinem Kammermitglied angefangen. Auch nach den Übergangsregelungen haben sich nur sehr wenige zertifizieren lassen. Die Kammer führt auf ihrer website eine Liste mit nur 32 KollegInnen, die die Zusatzbezeichnung „Systemische Therapie“ führen dürfen. Bevor es die Weiterbildungsordnung gab, hatten zahlreiche KollegInnen angegeben, dass sie Systemische Therapie neben ihrem Richtlinienverfahren anbieten.

Für die Gesprächspsychotherapie hat die Aufnahme in die Weiterbildungsordnung noch weniger Nutzen gebracht. Es hatten sich auch hier nur sehr wenige Kammermitglieder nach der Übergangsregelung zertifizieren lassen. Nachdem auch noch der Wissenschaftliche Beirat die GT nicht mehr als Verfahren für die Vertiefte Ausbildung empfiehlt, werden derzeit von der PTK NRW keine neuen Anerkennungen zum Führen der Zusatzbezeichnung Gesprächspsychotherapie mehr ausgestellt.

Im Bereich der Speziellen Psychotherapie bei Diabetes gab es starke Kräfte, die hierzu auch eine Weiterbildung konzipieren wollten. Es ist uns gelungen, in diesem Bereich stattdessen einen Fachtag der Kammer durchzuführen und eine curriculare Fortbildung zu entwickeln, die von der Kammer in den nächsten Jahren angeboten werden soll.

Etwas Ähnliches streben wir in der nächsten Kammerperiode für den Bereich Schmerztherapie an. Damit können alle Mitglieder es wie bisher ankündigen, wenn sie Schmerztherapie anbieten und sie können ihr Wissen über Fortbildungen aktualisieren, ohne eine zeitaufwändige und teure Weiterbildung absolvieren zu müssen, an deren Ende auch noch eine mündliche Prüfung stehen würde. 

Die Fortbildungen der Kammer sind insgesamt sehr gut besucht und evaluiert. Durch kleine Vereinfachungen bei der Akkreditierung können jetzt kostenlose Veranstaltungen auch kostenlos als Fortbildung akkreditiert werden, das bietet uns einfachere Möglichkeiten, auch vor Ort in OWL eigene Fortbildungen anzubieten.

 

Für die Reform der Aus- und Weiterbildung von Psychotherapeut*innen fordern wir,

dass:

  • im Psychotherapie-Studium (Ausbildung) alle vier psychotherapeutischen Grundorientierungen bzw. wiss. anerkannte Verfahren fachkundig gelehrt werden
  • neben der wissenschaftlichen Qualifikation auch die praktische, patientennahe Ausbildung nicht zu kurz kommt, d.h., dass Praxiseinsätze in ausreichendem Umfang und zusammenhängender Dauer im Studium bzw. in der Approbationsordnung vorgesehen werden
  • in der dem Direkt-Studium sich anschließenden Weiterbildung ­(mit Fachkundeerwerb) zum „Fachpsychotherapeuten für Erwachsene“ oder „Fachpsychotherapeutin für Kinder- und Jugendliche“ das hohe Qualifikationsniveau beibehalten wird! Denn eine gute Versorgung braucht eine gute und fundierte Aus- und Weiterbildung
  • für die zukünftigen Assistenzpsychotherapeut*innen gute und ausreichende institutionelle Angebote und Weiterbildungsstellen geschaffen werden
  • im Rahmen der Weiterbildung potentiell alle wissenschaftlichen Verfahren und Altersbereiche (Erwachsene sowie Kinder- und Jugendliche) zur Verfügung stehen, um den Weiterbildungsteilnehmer*innen eine Wahl zu ermöglichen
  • der Berufsstand Dauer und Umfang der Weiterbildung selber konzipiert und dass die gebiets- und verfahrensbezogene Weiterbildung auch im stationären Setting unter verantwortlicher Leitung von Kammerangehörigen erfolgt, denen hierzu von der Landespsychotherapeutenkammer die Befugnis erteilt wurde
  • der psychotherapeutische Nachwuchs eine breite berufliche Qualifizierung erhält, die – neben der ambulanten Versorgung – auch die stationären und institutionellen Bereiche (Jugend-, Sucht-, Behindertenhilfe, Sozialpsychiatrie) einschließt
  • dass in der Weiterbildung eine angemessene Bezahlung erfolgt und dass auf angehende Psychotherapeut*innen keine Kosten für die erforderlichen Weiterbildungsinhalte zukommen
  • die heutige Qualität der Psychotherapeut*innen-Ausbildung, die vor allem auf der Koordination der einzelnen Ausbildungsbausteine in den staatlich anerkannten Ausbildungsstätten fußt, erhalten bleibt und diese nicht durch ein „Rabattmarken-Modell“ anderer Heilberufe, das keinen roten Faden hat, abgelöst wird
  • die Implementierung eines koordinierenden Weiterbildungsinstituts in die zukünftige Weiterbildungsordnung erfolgt, weil nur durch die „Weiterbildung aus einer Hand“ (Koordination der theoretischen Inhalte, Selbsterfahrung und der Behandlungstätigkeit unter Supervision) die Qualität einer sachgerechten Psychotherapeut*innenqualifizierung erreicht wird
  • eine ausreichende Finanzierung der ambulanten Weiterbildung im Sozialrecht, damit Psychotherapeut*innen in Weiterbildung weder die Kosten für erforderlichen Weiterbildungsleistungen (theoretische Weiterbildung, Selbsterfahrung, Supervision u. Ä.), noch die Sicherstellung der geforderten fachkundigen Aufsicht der Behandlungen an den Ambulanzen, wie die heutigen PiA, selbst tragen müssen
  • der Gesetzgeber auch Übergangslösungen für die derzeit unhaltbare finanzielle Situation heutiger Ausbildungsteilnehmer*innen ins Gesetz aufnimmt, damit nicht über lange Jahre eine ungerechte Ungleichbehandlung von PiA und Weiterbildungsteilnehmer*innen festgeschrieben bleibt.

 

 

 

 

Kammerbeitrag

Frage: Warum tritt eure Fraktion für den Einheits-Mitgliedsbeitrag mit Härtefallregelung ein?

Antwort: Bis 2014 hatten wir so einen Einheitsbeitrag. Er betrug damals 350,-€. Wenn jemand ein geringes Einkommen hatte, oder in z.B. in Elternzeit war, konnte sie/er sein Einkommen nachweisen und die Härtefallregelung in Anspruch nehmen.

2014 wollte der damalige Vorstand, besonders die Mitglieder der DPTV, einen einkommensabhängigen Mitgliedsbeitrag einführen. Wir stimmten aus folgenden Gründen dagegen:

  1. Früher wurde der Einheitsbeitrag einfach vom Konto eingezogen. Mit der neuen Regelung müssen wir einmal im Jahr unseren Beitrag selbst berechnen. Dazu geht ein Schreiben an uns raus, wir schicken ein Formular zurück. Dieses wird dann in der Kammerverwaltung bearbeitet, danach wird dann der Beitrag für jedes Mitglied individuell eingezogen. Allein schon diese Vorgänge beinhalten einen enormen Verwaltungsaufwand, den wir alle mit bezahlen müssen. Von allen Mitgliedern werden dann aber zusätzlich noch jeweils 20% pro Jahr angeschrieben. Sie müssen dann ihren Steuerbescheid einreichen und ihre Beitragsberechnung wird gesondert überprüft. Dabei stellt sich regelmäßig heraus, dass ein Teil der Mitglieder zu wenig bezahlt und ein Teil zu viel, die Kammerverwaltung macht also eine Neuberechnung und fordert von den einen eine Nachzahlung, den anderen überweist sie Geld zurück. Es wäre ja schön, wenn das immer nur einen kleinen Prozentsatz der Mitglieder betreffen würde. Aber es sind regelmäßig jedes Jahr um die 40%, die bei den Stichproben als falsch rausgefischt werden. Also wenn Euch das schon mal passiert ist, zweifelt nicht an Eurer Rechenkompetenz, Ihr seid nicht alleine! 2018 wurden 2000 Mitglieder zur Überprüfung angeschrieben, davon mussten 790 Bescheide korrigiert werden!!!!! (454 nach oben, 336 nach unten). Es ist unschwer, sich vorzustellen, welcher Verwaltungsaufwand dahinter steht, wenn 2000 Bescheide nachgerechnet werden und 790 korrigiert werden müssen. Ferner ist diese Berechnungspraxis so umständlich, dass die Beitragstransparenz für die Mitglieder kaum gegeben ist.

Diese Beitragsordnung ist zu kompliziert und zieht einen zu hohen Verwaltungsaufwand nach sich!!!

  1. Es stellte sich heraus, dass bei dieser Beitragsordnung das gesamte Beitragsvolumen schlechter kalkulierbar ist und die Kammer musste ja auch nur ein Jahr später den Beitrag für alle um 70 € erhöhen, da sie in finanzielle Bedrängnis geraten war.
  2. Nach unserer Auffassung haben alle Kammermitglieder ein Anrecht auf die gleichen Leistungen der Kammer. Für fast alle ist es daher eine persönliche Entscheidung, wie viel sie arbeiten wollen und der Verdienst hängt meist ja doch mit der investierten Zeit zusammen.

 Daher wir treten für eine Härtefallregelung beim Einheitsbeitrag ein.

Wir hoffen, dass es uns in der 5. Kammerversammlung gelingt, zum Einheitsbeitrag zurückzukehren. 

 

 

 

 

 

Über meine Arbeit im Ausschuss „Psychotherapie in Krankenhaus und Rehabilitation“ 2014 – 2019

Dr. Georg Kremer, Bielefeld

In der noch laufenden Legislaturperiode habe ich den Vorsitz des Ausschusses „Psychotherapie in Krankenhaus und Rehabilitation“ übernommen. Dem Ausschuss gehören insgesamt 8 Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Institutionen an, allesamt angestellt.

Der Auftrag eines Ausschusses liegt allgemein darin, die Kammerversammlung und den Vorstand der PTK-NRW in allen Fragen, die die Tätigkeit von im Krankenhaus oder der Reha-Klinik angestellten PPs und KJPs betreffen, zu beraten. Die wesentlichen Arbeitsfelder des Ausschusses waren schon mit Gründung Ende 2014 definiert worden:

  1. Implementation von PEPP oder anderen Entgeltsystemen in der Psychiatrie
  2. Sicherung einer modernen, psychotherapeutischen Ansprüchen angemessenen Personalausstattung in Krankenhäusern und Reha-Kliniken
  3. Ausbau der Leitungskompetenzen von PPs und KJPs
  4. Weiterentwicklungen sozialrechtlicher Befugnisse auf dem Hintergrund der künftigen Direktausbildung
  5. Entwicklung von Konzepten für eine Praxisphase im Rahmen der künftigen Direktausbildung

Im Verlauf kamen weitere Themen hinzu:

  • Tarifliche Eingruppierung in den unterschiedlichen Tarifwerken
  • Dokumentation psychotherapeutischer Behandlungen
  • Gesetzentwurf zum PsychThG
  • Reform des Psychotherapeutengesetzes > Ausbildung und Weiterbildung
  • Die Situation von angestellten PPs in sog. MVZs
  • Psychiatrie und Psychosomatik auf dem Hintergrund der Landeskrankenhausplanung
  • Die aktuellen Entwicklungen rund um das PsychVVG
  • Psychopharmakotherapie
  • Online-Psychotherapie – ein Angebot für Krankenhaus und Reha?
  • PT bei Menschen mit Intelligenzminderung à Rolle von PPs und KJPs in der Eingliederungshilfe

Der Ausschuss hat sich im Schnitt dreimal im Jahr getroffen. Die Themen wurden sehr sachorientiert diskutiert und jeweils mit einer gemeinsamen Einschätzung und ggfs. Empfehlung dem Vorstand bzw. der Kammerversammlung zugeführt.

Der Ausschuss hat eine Fortbildungsreihe konzipiert und seit 2017 mit Erfolg eingeführt: „Angestellte im Fokus“, die jeweils an einem Mittwochnachmittag im Februar in Dortmund oder Düsseldorf durchgeführt wird. Hier bieten wir Vorträge und Diskussionen zu verschiedenen berufspolitischen Themen an (etwa Vergütung, Befugnis), vor allem aber zu fachlichen Themen aus dem Arbeitsalltag der Angestellten (etwa aus der Psychiatrie, der Psychosomatik oder verschiedenen somatischen Bereichen). Die Veranstaltungen wurden jeweils von um die 100 Kolleginnen und Kollegen besucht. Über dieses Interesse haben wir uns sehr gefreut. Dies auch, da viele Kolleginnen und Kollegen, die sich in der Ausbildung befinden, eine Niederlassung anstreben und dem Angestelltendasein eher kritisch gegenüberstehen. Diese Veranstaltungsreihe zeigt, wie vielfältig und interessant psychotherapeutische Arbeit in angestellten Verhältnissen sein kann. Wie verantwortlich Kolleginnen und Kollegen hier unterwegs sind. Und wie notwendig psychotherapeutische Fachkompetenz in den unterschiedlichsten Arbeitsfeldern ist! Die Veranstaltungsreihe wird in der nächsten Legislaturperiode sicherlich weiter geführt werden.

Und ich werde in der nächsten Kammerversammlung gerne wieder in diesem sehr produktiven Ausschuss mitwirken!